Nootropika – die "intelligenten Drogen", die Ihr Gehirn unterstützen?
Nootropika versprechen, unsere kognitiven Fähigkeiten durch Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zu verbessern. Wer hat nicht davon geträumt, seine kognitiven Fähigkeiten zu steigern, lästige Gedächtnislücken zu beseitigen oder die Konzentration mit nur einer Kapsel auf Höchstleistung zu bringen? Diese als „kognitive Verstärker“ bezeichneten Verbindungen können das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Kreativität fördern, indem sie die Verfügbarkeit von Neurotransmittern im Gehirn erhöhen und die Blutversorgung des Gehirns verbessern.
In den letzten Jahren ist das Interesse an Nootropika erheblich gewachsen, insbesondere nach dem Bericht über deren Konsum im Silicon Valley.
Weltweit sind die Marktprognosen für Marktforschungsinstitute beeindruckend und die Forschung zu den Vorteilen von Nootropika ist weiterhin vielversprechend. Sie werden zunehmend als Mittel zur Verbesserung der Gehirnfunktionen, insbesondere in der digitalen Welt, untersucht.
Gepostet am 30.09.24
HIFAS-Redaktionsteam
Wofür sind Nootropika und wie wirken sie?
Nootropika, auch bekannt als "Smart Drugs", sind eine faszinierende Gruppe von Verbindungen, die zunehmend Beachtung finden. Der Begriff stammt von den griechischen Wörtern Nöos („Geist“) und Tropisch („Wendung“). Im Wesentlichen sind Nootropika Substanzen, die mit der Funktionsweise des Gehirns in Verbindung stehen.
Wissenschaftliche Studien definieren Nootropika als Substanzen, die kognitive Funktionen verbessern, wie etwa das Gedächtnis und das Lernen, insbesondere in Fällen, in denen diese Fähigkeiten beeinträchtigt sind.
Das Larousse-Wörterbuch bietet eine erweiterte Definition und beschreibt Nootropika als Stimulanzien des Bewusstseins und Denkens, betont jedoch, dass der Begriff weit gefasst ist und sowohl Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente, Pflanzen als auch andere Substanzen umfasst. Um mehr über diese Welt zu erfahren, lesen Sie weiter!
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Der Begriff „Nootropika“ wurde erstmals 1964 von dem Neuropharmakologen Cornelius E. Giurgea eingeführt. Die Entstehung dieses Konzepts ist faszinierend und entstand durch einen Zufall.
Giurgea war auf der Suche nach einem Molekül mit beruhigenden oder schlaffördernden Eigenschaften, als er zufällig Entdeckungen über die kognitiven Effekte einiger seiner synthetisierten Verbindungen machte.
Giurgea und sein Team gelang es, ein Derivat des Neurotransmitters GABA zu entwickeln, das den faszinierenden Namen „Verbindung 6215“ erhielt und als erstes Nootropikum betrachtet wurde.

"Der Mensch wird nicht passiv auf Millionen von Jahren warten, bis die Evolution ein besseres Gehirn bietet." - Giurgea
In späteren klinischen Tests wurden keine Auswirkungen auf den Schlaf beobachtet. Nach einem Monat der Behandlung begannen die Patienten jedoch, signifikante Verbesserungen in ihrem Gedächtnis zu bemerken. Glücklicherweise umfasste das Forschungsprotokoll Gedächtnistests und eine ausreichende Zeitspanne, um diese Effekte zu erfassen, die sich kurzfristig nicht manifestierten!
Dieser Meilenstein veranlasste Giurgea, sich mit Leidenschaft für die Anerkennung einer neuen Kategorie von Substanzen einzusetzen, die die kognitive Funktion verbessern: Nootropika. Dank seiner Pionierarbeit wurde das Medikament Nootropyl vermarktet, was einen wichtigen Fortschritt auf dem Gebiet der kognitiven Verbesserung markierte.
Warum wurden Nootropika im Silicon Valley populär?
Nach Jahren der Forschung veröffentlichte Giurgea 1977 einen Artikel, der ein Rahmenwerk für Substanzen definierte, die ein nootropes Profil besitzen:
- Verbesserung des Wissenserwerbs,
- Widerstand gegen physikalische und chemische Störungen,
- Erleichterung der Informationsübertragung,
- Erhöht Widerstand gegen "Angriffe" auf das Gehirn,
- Steigerung der tonischen Kontrolle,
- Fehlen der Auswirkungen von neuropsychotropen Substanzen.
Auswirkungen von Nootropika auf das Gehirn
Die Effekte von Nootropika beruhen auf Stoffwechselmechanismen. Sie müssen in der Lage sein, die Bluthirnbarriere zu überwinden, um den Gehirnstoffwechsel zu verbessern, und eine längere Anwendung ist erforderlich, um stabile Veränderungen zu erzielen. Eine Literaturübersicht von 2022 nennt einige Beispiele:
- Neuroprotektion: Schutz des Gehirngewebes vor Neurotoxizität.
- Stoffwechselunterstützung: Positive Effekte auf die Synthese von neuronalen Proteinen und Nukleinsäuren, Stimulation des Phospholipidmetabolismus.
- Verbesserte Versorgung des Gehirns mit Glukose und Sauerstoff,
- Antioxidative Wirkung: Beseitigung freier Radikale mit anti-entzündlichen Effekten und Verbesserung der Erythrozyten-Plastizität.
